46. Niedersachsenrallye mit 57. Motorfliegermeisterschaft

24. bis 26. Mai 2019 auf dem Flugplatz EDWT

 

ausgerichtet vom Premium Aerotec WLV

und MSC Bremerhaven

 

 

Impressionen erstellt von Gordon Grünig:

 

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Nicht schnell, sondern präzise fliegen

 

Piloten zeigen Ihr Können bei der Niedersachsenrallye und Motorflugmeisterschaft auf dem Flugplatz Blexen

 

Der Premium AEROTEC „Weser“ Luftsportverein e.V. (WLV) und der Motorsegler und Segelflug-Club Bremerhaven e.V. (MSC) waren in diesem Jahr Ausrichter der 46. Niedersachsen-rallye und der 57. Niedersächsischen Motorflugmeisterschaft. Bei diesem Wettbewerb geht es aber nicht um die Geschwindigkeit. „Es geht um Präzisionsfliegen, einhalten von Kursen und Flughöhen, zeitgenaues Überfliegen bekannter Punkte und das Erkennen von Bodenmerkmalen.“ erklärt Wettbewerbsleiter Wilfried Wrede (MSC).  Wer diese Dinge beherrscht, hat gute Chancen bei der Rallye einen der vorderen Plätze zu belegen.

Bereits seit Dezember 2018 liefen die Vorbereitungen für diese Veranstaltung auf Hochtouren. Streckenführung, Landefelder, Auswertung, Verpflegung, Übernachtungsmöglichkeiten, Ausschreibung und Anmeldeverfahren waren nur einige Punkte, die das Rund 40-köpfige Orga-Team aus Mitgliedern beider Vereine, zu bewerkstelligen hatte. Immer unterstützt wurden Sie dabei von Dietmar Hepper, dem Referenten für Rallyes und Wettbewerbe des Luftsportverband Niedersachsen e.V. (LVN), der in rund 9 Jahren in dieser Funktion bereits über große Erfahrung im Wettbewerbsflug verfügt. Letztlich haben sich 20 teilnehmende Teams mit ihren Ultraleichtflugzeugen, Motorseglern und Motorflugzeugen zu der Veranstaltung angemeldet.

 

Mit dabei waren nicht nur Crews aus Niedersachsen. Auch Teams aus Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg), Breitscheid (Hessen), Sankt-Augustin (Nordrhein-Westfalen) und Aventoft (Schleswig-Holstein) machten sich auf den Weg nach Blexen. Sie reisten teils schon am Vortag an und übernachteten im Zelt oder im Hotel. Am Samstag gegen 1100 Uhr wurden dann alle Teilnehmer von der Wettbewerbsleitung offiziell begrüßt. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Nordenham, Angelika Zöllner (SPD), war vor Ort und zeigte sich beeindruckt. Sie beglückwünschte die beiden Ausrichtervereine zu dieser Veranstaltung und hieß alle Teilnehmer im Namen der Stadt „in Blexen hinterm Deich“ herzlich Willkommen. Sie freute sich, dass durch solche Aktivitäten die Stadt Nordenham in den Fokus der Öffentlichkeit gerät.

 

Stv. Bürgermeisterin Angelika Zöllner (SPD)

Es folgte das so genannte „Briefing“, wo die Regeln und Details der Rallye bekannt gegeben wurden. Nach der anschließenden Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen hatte jedes Team 75 Minuten Zeit, sich auf die Strecke vorzubereiten und hierbei die Strecken, Kurse und Geschwindigkeiten genau zu errechnen. Dann ging es endlich in die Luft. Um 13:00 Uhr startete das erste Rallye-Team, weitere folgten in vorgegebener Reihenfolge im Abstand von 3 Minuten. Auf der gesamten Stecke galt es den Kurs und die Geschwindigkeit einzuhalten, sowie die Wendepunkte präzise anzufliegen. Um dieses später überprüfen zu können, wurde jedes Flugzeug zuvor mit einem GPS-Logger ausgestattet. Zudem bekamen die Teams Bilder, die auf der Strecke wiedererkannt und deren Positionen in einer Karte vermerkt werden mussten.

Die rund 200 km lange Strecke führte die Flieger über Bad Bederkesa (CUX), Bremervörde (ROW), Hambergen (OHZ) und Bremen nach Oldenburg. Auf dem Flugplatz Oldenburg-Hatten mussten die Piloten ihr Flugzeug dann möglichst genau in einem Ziellandefeld landen und gleich wieder durchstarten. Hierbei geht ein großer Dank der Ausrichter-Vereine an die Helfer vom Flugplatz Oldenburg-Hatten, die mit dem Aufbau des Landesfeldes und Wertungsrichtern die Veranstaltung hervorragend unterstützt haben.

Die weitere Strecke führte sie dann über Bad Zwischenahn (WST), entlang des Jadebusens zurück nach Blexen. Hier endete die Rallye für die Teams, je nach geflogener Geschwindigkeit, nach etwa 1 ½ Std. mit einer weiteren Ziellandung in einem Landefeld.

Briefing mit Dietmar Hepper (Luftsport-Verband Niedersachsen)

Chefauswerter Thomas Weise und sein Unterstützer Rüdiger Zeplin hatten bei der anschließenden Auswertung alle Hände voll zu tun. Die GPS-Logger und Karten, sowie die Ergebnisse der Ziellandungen mussten mit Unterstützung einer Software genauestens ausgewertet werden. Die Teilnehmer konnten im Internet dabei live den aktuellen Stand der Auswertung mitverfolgen. Um kurz nach 18:00 Uhr standen die Platzierungen fest.

Gewonnen hat die diesjährige Niedersachsenrallye das Team Marcus und Astrid Ciesielski von der LSG Breitscheid (Hessen). Die Ciesielskis gehören zu den deutschen und auch internationalen Top-Teams im Wettbewerbsflug. Seit rund 16 Jahren nimmt Marcus Chiesielski an Wettbewerbsflügen teil. Im Jahr 2015 gewann das Team Ciesielski sogar das erste Gold für Deutschland in der Kombination im Motorfliegen bei den FAI World Air Games in Dubai. Marcus Ciesielski sagt über sich: „Durch das Rallyefliegen bin ich ein besserer Pilot geworden!“.

Den ersten Platz der Niedersächsischer Motorflugmeisterschaft belegte das Team Reinhard Ruck und Dr. Manfred Meyer vom Club der Flieger Oldenburg e.V..

In der Wertung der Einsteigerklasse siegten Stefan Kösel und Jan Baucke vom FSV Cumulus Uelzen e.V.. Sie waren das erste Mal bei einer Rallye dabei und belegten in der Gesamtwertung einen hervorragenden 4. Platz. Theodor Dornemann, vom Präsidium des LVN überreichte den großen Wanderpokal und überbrachte die Glückwünsche der Präsidentin Dr. Meike Müller, sowie dem gesamten Präsidium. Dietmar Hepper lobte noch einmal die gute Resonanz und freute sich, dass das Wetter so gut mitgespielt hat. Er bedankte sich bei den Ausrichtervereinen für die gute Organisation.

Siegerehrung durch Theodor Dornemann (Luftsport-Verband Niedersachsen)

Der 1. Vorsitzende des WLV, Tim Wührmann sagte, dass der WLV und der seit 2016 auf dem Flugplatz Blexen ansässige MSC Bremerhaven gut zusammenarbeiten und eine solche gemeinsam organisierte Veranstaltung zum weiteren Zusammenwachsen der Vereine beiträgt. Er bedankte sich bei allen Teilnehmern und hofft, dass man den einen oder anderen Teilnehmer zukünftig in Blexen einmal wieder sieht. Ebenfalls einen großen Dank richtete er an alle Helfer beider Vereine.

 

Text: Axel Fenker

Quelle: Luftsport Ausgabe Aug/Sept 2019
Mitglieder des Organisations-Team vom WLV & MSC

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